Villaggio TCI: Der geheimste Ort Norditaliens

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Für die Kinder des Krieges
Der Touring Club Italiens hatte nicht nur eine grossartige Idee, sondern auch grosszügige Mäzene: Nach dem Ersten Weltkrieg sollte ein Heim entstehen, wo Waisen und kriegsgeschädigte Kinder Erholung fanden. Als Ort kam nur eine abgelegene Stelle in Frage, die absolute Ruhe für die Kleinen garantierte, und die in einer Höhe liegen sollte, wo die Reinheit der Luft baldige Gesundung versprach. Man fand diesen Ort auf 900 Meter über Meer in der Valganna. Gebaut wurden in diesem Villaggio Alpino zunächst zwei Häuser auf einem Gebiet, das sich in einem lichten Laubwald befindet. Bereits am 17. Juli 1921 wurde es feierlich eröffnet; zunächst fanden hier jeweils fünfzig Waisenkinder Unterschlupf. Freiwillige Frauen betreuten sie, die man liebevoll „le mamme“ nannte. Spiele im Freien und Turnübungen für alle Fünfzig, wie sie auf alten Fotos zu sehen sind, stärkten die kleinen Geschwächten. Ihr Aufenthalt dauerte einen oder zwei Monate, die Rückkehr ins alte Leben danach erwies sich als sehr hart. Anderseits war die Ankunft von neuen Waisenkindern jedes Mal ein festliches Ereignis; sie wird in einem Dokument wie folgt beschrieben: „Jedes Jahr anfangs Juli erlebt die kleine Station eine festliche Ankunft, die sich während der Saison noch zweimal wiederholt. Eine lebhafte und staunende Schar von Buben und Mädchen, betreut von einem Generalstab von Freiwilligen, nimmt einen schattigen Pfad unter die Füsse, der sanft in die Höhe führt.“

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Col di Lana – der Blutberg

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Gesprengter Gipfel – der Minenkrieg in den Dolomiten

Stellungskrieg auch in den Dolomiten

Wie der Erste Weltkrieg im August 1914 beginnt, ist keines der teilnehmenden Heere auf einen langen Krieg vorbereitet; an der Westfront geht man bereits im September 1914 zum Stellungskrieg über. Während die Kämpfe an der Westfront allgemein bekannt sind und sich vor allem die Schlacht von Verdun ins öffentliche Gedächtnis eingegraben hat, geht oft vergessen, dass auch in den Dolomiten gekämpft worden ist. Auf der Hochebene der Sieben Gemeinden liegt ein Dutzend österreichischer Festungen einem Dutzend italienischer Festungen gegenüber. Drei Jahre lang wird so auch an der sog. Südfront intensiv gekämpft, und von den über zwanzig Festungen ist jede mehrmals beschossen worden.

Minenstollen bis unter die Gipfel

In diesem gebirgigen Gebiet haben sich aber auch immer wieder Truppen auf Berggipfeln festgekrallt und eingebunkert. Von diesen Gipfeln sind sie nur ausserordentlich schwer zu vertreiben, und so geht man im Jahre 1916 zum Bau von Minenstollen über. Im harten Fels wird unter schwierigsten Bedingungen ein Stollen bis unter den gegnerischen Gipfel gebohrt; das Stollenende wird mit Dynamit gefüllt und so der feindliche Gipfel in die Luft gejagt. Aufgrund der Feldakten im Wiener Kriegsarchiv lassen sich 34 Minensprengungen an der Front zwischen Rovereto und  Sexten nachweisen, von denen die wohl bekannteste die vom Col di Lana ist.