Die Linie lebt – und die Gemeinde Porto Ceresio macht mit!

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Vor 15 Jahren hat die Stollentour GH Schweiz erstmals auf dem Municipio von Porto Ceresio (Italien) vorgesprochen und angefragt, ob wir die Weltkriegsanlagen am Grumello ausbuddeln dürfen. Die Antwort des Sindaco ist legendär: Ja, wenn’s nichts kostet. 15 Jahre lang haben daraufhin Studierende der FHS St. Gallen jedes Jahr geschaufelt, gebuckelt, gepickelt und geschwitzt, um das  zwei Kilometer lange Grabensystem, mannshoch mit Laub, Ästen und Dornen versperrt, freizulegen.

 

Vor sechs Jahren hat ein neues italienisches Gesetz jede Veränderung an den Anlagen des Ersten Weltkriegs verboten. Bei einer erneuten Vorsprache auf dem Municipio von Porto Ceresio erhielten wir vom neuen Sindaco folgende Antwort, und auch sie ist legendär: Ihr verändert ja nichts, ihr putzt ruhig weiter. In Hunderten von Einsätzen haben wir geputzt, dokumentiert und vermessen, wir haben Führungen geleitet und über vierhundert Broschüren verschickt, um die Leser zum Aufstieg auf den Grumello anzuregen. Das Interesse der Gemeinde während diesen 15 Jahren darf als bescheiden bezeichnet werden. Ende Januar 2016 kam der CEO der Stollentour GH Schweiz allerdings zur Einsicht, dass es ohne Hilfe der Gemeinde nicht mehr weiter gehe; mit der Errichtung der nun nötigen Geländer und Treppen war die Stollentour GH Schweiz eindeutig überfordert. Erneut auf dem Municipio vorsprechend, stiess er beim Assessore del turismo e del territorio, Claudio Renon, und beim neuen Sindaco, Giorgio Giancetti, auf erfreulich und auch überraschend grosses Interesse. Bis anhin, so meinte der Verantwortliche für den Tourismus, habe sich Porto Ceresio zum Luganersee und zum Wassersport hin ausgerichtet, jetzt wolle man auch den Tourismus in den Bergen ankurbeln und gemeinsam mit der Stollentour die Arbeiten vorantreiben. Der CEO der Stollentour und Claudio Renon einigten sich auf ein Datum Anfang April 2016: Diesmal waren es zehn kräftige Helferinnen und Helfer der Festung Heldsberg bei St. Margrethen und mehrere

 

der Alpini von Porto Ceresio, die während anderthalb Tagen gemeinsam wertvolle Arbeit leisteten und so erreichten, dass die Stollen und Galerien am Grumello nun wirklich besenrein sind. Ausserdem haben die Alpini auch Treppen errichtet und Geländer angebracht. Der Sindaco und zwei weitere Assessori liessen es sich nicht


nehmen, zu den Anlagen hoch zu fahren und sich für den langjährigen Einsatz zu bedanken. Diesen Dank möchte der CEO an die Studentinnen und Studenten der FHS St. Gallen weiterleiten – ohne ihre Bereitschaft und ohne ihr Engagement wäre der Grumello heute noch nichts als ein dornenüberwachsenes, unpassierbares und vergessenes Labyrinth. Schliesslich transportierten die Alpini ein grosszügiges Picknick auf den Gipfel; mit Weisswein, Rotwein, Spumante und Limoncello wurde die Zusammen-arbeit zwischen St. Gallen und Porto Ceresio aufs würdigste gefeiert. Diese Zusammenarbeit zwischen Studierenden, Heldsbergern und Alpini soll in den kommenden Jahren effizient fortgesetzt werden und so bewirken, dass der Grumello neben dem Monte Orsa und neben San Martino zu einem echten Juwel der Linea Cadorna wird.

 

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