Mont’Orfano, Wächter über das Ossola-Tal

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Ein Hügel in strategischer Lage

Ausgangspunkt für unsere Wanderung auf den Mont’Orfano ist Pra Michelaccio an der Strasse Gravellona – Mergozzo. Von Intra/Verbania herkommend, biegt man vier Kilometer nach Fondotoce kurz vor Autobahnausfahrt Richtung Mergozzo ab. Nach fünfhundert Metern erblickt man links ein Telegrafenhäuschen, in dessen Nähe man parkiert. Auf einer Strasse, deren erste hundert Meter asphaltiert sind, biegt man nach rechts ab und steigt in langen Kehren hoch, bis man plötzlich auf einer Höhe von 400 m eine Kaserne erblickt. Mitten in der Ebene des Toce-Flusses gelegen, eignete sich der Hügel Mont’Orfano eben ideal als militärische Sperre; er wurde denn auch um 1900 im Zusammenhang mit dem Bau des Simplontunnels befestigt.

 

Hunderte von Kilometern Militärstrassen

Aus dieser Zeit stammt auch die schön gebaute Kaserne, bei der die Unterführung durch eine Wasserleitung architektonisch besonders beeindruckt. Seiner idealen Lage wegen ist dann der Mont‘Orfano auch im Ersten Weltkrieg weiter befestigt worden. Auf der Militärstrasse steigt man bequem hoch; zwischen 1915 und 1918 sind an der Südgrenze der Schweiz nämlich an die 250 km Strassen und fast 400 km Saumpfade errichtet worden. Unter General Cadorna sind ausserdem zwischen Veltlin und Simplon hunderte von Stellungen gebaut worden, die Italien vor einem Angriff durch Deutschland, der ja durch die Schweiz hindurch hätte erfolgen müssen, zu schützen. Auf einer Höhe von 600 m erblickt man Terrassen für Kanonen und eine weitere Kaserne. Prächtig von hier aus der Blick auf die Borromäischen Inseln, deren Getümmel einem hier ganz ferne ist, und in Richtung Ortasee.